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Antrag FEIN zur Schulhofbegrünung:

Wir hatten ab dem Schuljahr 2024-25 eine besonders aktive Schüler:innen-Gruppe, die den Albedo-Effekt und die Auswirkungen weiterer biotischer und abiotischer Parameter auf begrünte und unbegrünte Fassaden an unserer Schule untersucht hat - mit dem - stark verkürzt ausgedrückten - Ergebnis, dass begrünte Fassaden sehr hohe Temperaturen im Sommer bzw. sehr kühle Temperaturen im Winter im Gebäude abmildern können, und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz beitragen könnten.

Im Sommer sorgt im Wesentlichen der Albedo-Effekt von Grün-Pflanzen dafür, dass sich die Außenwände nicht übermäßig erwärmen. Zusätzlich hilft die Beschattung der Wände, dass diese sich weniger erwärmen, als wenn sie unbeschattet wären. Die Transpiration der Pflanzen sorgt zusätzlich dafür, dass die Wände weiter herunter gekühlt werden, weil die Energie für den Phasenübergang des Wassers vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand aus der Umgebungsluft entnommen wird. Somit müsste in heißen Sommern auch weniger Energie für Klimaanlagen verschwendet werden, und somit auch weniger CO2 zur Stromproduktion ausgestoßen werden.

Im Winter halten die Pflanzen ein „Luftpolster" zwischen Pflanze und Fassade „fest“, was dafür sorgt, dass die Wände durch diese Luftschicht zusätzlich isoliert werden. Somit müsste in kalten Wintern auch weniger Energie durch Heizungen verschwendet werden, und somit auch weniger CO2 zur Wärmeproduktion ausgestoßen werden.

Zusätzlich speichern langlebige Fassaden-Pflanzen CO2, so dass durch eine solche Begrünung der CO2-Gehalt der Luft zusätzlich gesenkt werden kann.

Insgesamt könnte so der drohende Klimawandel abgemildert werden.

Unsere Schüler:innen-Gruppe hat diese Annahmen durch zahlreiche Messergebnisse, die mit Hilfe von Digital-Thermometern, Infrarot-Thermometern, und einem Lux-Meter aufgenommen wurden, bestätigt. Diese Gruppe wurde für ihre Untersuchungen und Schlussfolgerungen gerade auf dem Jugend forscht Regionalwettbewerb Berlin-Süd mit dem 1. Platz und auf dem Jugend forscht Landeswettbewerb Berlin mit dem 3. Platz im Gebiet Geo- und Raumwissenschaften ausgezeichnet, was die Korrektheit der Messungen bestätigen dürfte. Diese Arbeit wurde auch beim BundesUmweltWettbewerb eingereicht und mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Daher wollten wir dieses Momentum nutzen und mit einer weitergehenden Schulhof- und Fassadenbegrünung an der Friedensburg-Oberschule zeitnah beginnen.

Die Idee war, dass wir die Effektivität verschiedener Pflanzenarten, den Klimawandel abzumildern, weiter untersuchen wollen. Dazu sollen weitere Klassen und Kurse in das Projekt eingebunden werden, so dass die Arbeiten des Pflanzens, der Pflege und ggf. der Ernte überwiegend in die Hand der Schüler:innen (unter der Aufsicht von Lehrkräfte) übergehen soll.

Für das Projekt benötigten wir geeignete Pflanzen, geeignete Pflanz-Erde und ggf. Regentonnen.

Dazu haben wir unter der Federführung unseres FOS-Fördervereins e.V. beim Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin einen Antrag auf Mittel aus dem Fördertopf „Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften“ (FEIN) über den Betrag von 3500 € gestellt, der erfreulicherweise auch genehmigt wurde. Weitergehende Informationen zum FEIN-Programm, das uns bei der Schulhof-Begrünung unterstützt hat, finden sich auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (Link).

Da das Projekt nicht nur den drohenden Klimawandel abmildern soll, sondern auch ein pädagogisches Projekt werden soll, sollten teilweise auch Pflanzen ausgesucht werden, deren Früchte von den Schüler:innen geerntet, ggf. verarbeitet und gegessen werden können.

Auch könnten unter einer entsprechenden Bepflanzung neue Flächen auf dem Schulhof entstehen, die vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt wären und so den Schüler.innen auch im Hochsommer ermöglichen würden, die Pausenzeiten oder ggf. sogar Unterricht auf dem nun stärker begrünten Schulhof zu verbringen.

Zum Start des Projekts wurde das Projekt zunächst von zwei Lehrkräften, deren Schüler:innen und der Schulleitung der Friedensburg-Oberschule initiiert. Es wurde dann nach und nach erweitert, so dass sich weitere Lehrkräfte und Schüler:innen der Friedensburg-Oberschule an diesem Projekt beteiligen konnten.

Langfristig könnte das Begrünungsprojekt auch ein Vorbild für andere Schulen und öffentliche Gebäude Berlins und darüber hinaus im gesamten Bundesgebiet werden.

Am 16.6.2025 hatten wir daher ein Vernetzungstreffen („Klima-Hub“ in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft „CO2online“) mit anderen Schulen aus der Region Berlin und Brandenburg an unserer Schule, wo wir unser Projekt als Vorbild für andere interessierte Schulen vorstellen konnten.

(Autor Michael Böker)

Fotodokumentation: (PDF)

Die Profil- und die Leistungskurse Biologie beteiligen sich selbstverständlich bei den Anpflanzungen im Rahmen des Projekts FEIN.

Einige weitere ausgewählte Pflanzen, die auf dem Schulgelände der FOS gepflanzt wurden: